Our blog

Blog/Aktuelles

 

 

Monatsspruch März 2021

27. März 2021
Markus
Gedanken zum Monatsspruch
0 Kommentare

Die Wahrheit muss gesagt werden

Monatsspruch für März:

„Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“

Lukas 19, 40


Die Situation:

Jesus zieht auf einem Esel in Jerusalem ein. Wenige Tage später wird er gekreuzigt werden. Die Pharisäer, die sich schon lange über ihn aufregen, werden am Ziel sein: Der Ruhestörer ist beseitigt! Aber noch ist es nicht so weit, noch ist er da und wird bei seinem Einzug von seinen Anhängern umjubelt. Nach der Version des Lukas-Evangeliums rufen sie dabei:

„Gelobt sei der König, der im Namen des Herrn kommt!“

und

„Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe!“

Rufe, die mich ein bisschen an den Engelchor zu Weihnachten erinnern. Für die Jünger bedeutet das: Jetzt ist er beinah am Ziel, Jesus wird König, hurra! Jesus weiß wohl, dass seine Herrschaft ganz anders aussehen wird, als die Jünger das jetzt meinen. Er weiß, dass er vorher noch durch Leiden, Schmerz und Tod hindurch gehen muss. Trotzdem lässt er seine Anhänger gewähren. Einigen Pharisäern geht das jetzt doch zu weit. Sie sagen: „Weise deine Jünger zurecht!“ und Jesus antwortet: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

“Warum lässt Jesus den Jubel seiner Jünger zu, wenn er doch auf einem Missverständnis beruht? Wenn es in Wirklichkeit gar keinen Grund zum Jubeln gibt? Ein paar Tage später wird er tot sein und seine Jünger in Trauer. Will er ihnen noch einen letzten Triumph gönnen, bevor der Absturz kommt? Er verteidigt sie ja sogar noch den Pharisäern gegenüber.

Übertragen in andere Worte lese ich den Monatsspruch so: Die Wahrheit kann nicht gehindert werden. Auch nicht von denen, die die Macht haben. Und deshalb bringt Jesus seine Anhänger nicht zum Schweigen - weil es gesagt werden muss! Weil es laut herausgerufen werden muss: Ja, hier kommt ein König, der über allen irdischen Königen steht! Ja, er kommt im Namen Gottes! Ja, er bringt Frieden und Herrlichkeit!  Das, was die Jünger rufen ist die Wahrheit. Nur eben ganz anders als gedacht.

Die schreienden Steine:

In einer Erklärung zu diesem Bibeltext lese ich von den Trümmersteinen, die nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 noch übrig waren. Wenn man die Menschen zum Schweigen bringt, dann sind diese Steine Zeugen. Schmerzhafte Zeugen, Zeugen durch die Zerstörung hindurch. Zeuge zu sein ist nicht immer bequem. Manchmal braucht man einen langen Atem. Aber die Wahrheit muss gesagt.

Und wie ist das heute?

Als Nachfolger und Nachfolgerinnen Jesu ist es unsere Aufgabe, auf ihn hinzuweisen. Durch unser Wort und unser Leben: Jesus ist der Herr! Gott will uns als seine Stimme auf dieser Erde gebrauchen. Selbst dann, wenn wir wie die Jünger damals seine Botschaft nur stückweise verstanden haben. Es gibt Länder auf der Welt, in denen man den Christen das Wort verbietet, wo man sie zum Schweigen bringen will. Wir dürfen noch reden, laut oder leise, gefragt oder ungefragt. Aber Gottes Wort lässt sich nicht verbieten. Die Wahrheit wird am Ende für alle sichtbar sein. Und wo Menschen zum Schweigen gebracht werden, schreien die Steine. Jesus ist der Herr! Das muss und das wird gesagt werden.

Gedanken von Gerlinde Kortenhoeven